
Besondere Menschen verdienen besondere Gesten. Deshalb gestalte ich meine Karten am liebsten selbst. Ich gebe offen zu: Es gelingt mir nicht immer zu 100 % perfekt, ein Thema genau so darzustellen, wie ich es im Kopf hatte. Aber genau darin liegt der Zauber. Eine handgemachte Karte drückt oft mehr aus als ein gekauftes Exemplar.
Das soll gekaufte Karten keineswegs abwerten, aber in einer selbst gemachten Karte steckt ein Teil von uns selbst. Man kann gezielte Details einbringen, die für einen selbst oder den Empfänger eine ganz persönliche Bedeutung haben. Jedes Detail, jede Materialwahl ist eine Botschaft der Wertschätzung.
Ein persönlicher Anlass: Die Maine Coon Silhouette
Diese Karte mit der Maine Coon Silhouette ist für eine sehr liebe Freundin entstanden. Sie musste leider ihre geliebte Katze gehen lassen, und ich wollte ihr in dieser schweren Zeit etwas ganz Persönliches schenken.

Die Machart: Zartheit und Licht
Als Basis habe ich ein 14×14 cm großes, dickes Aquarell-Strukturpapier gewählt. Bei der Illustration der Maine Coon war mir wichtig, dass sie fein und lebendig wirkt. Die Form wird eher angedeutet als starr vorgegeben – keine dicken Linien, sondern eine leichte Zeichnung, die der Silhouette Raum zum Atmen gibt.
Für die farblichen Akzente habe ich meine Schmincke Horadam Aquarellfarben genutzt:
- Körper & Ohren: Zarte Akzente in Blau am Körper und ein tiefes Dunkelviolett an den Ohren setzen feine Kontraste.
- Das Herzstück: In der Körpermitte habe ich mit dem Farbton Brillantpurpur (930) einen sanften Farbfleck gesetzt, in dessen Zentrum ein goldenes Herz strahlt.
- Veredelung: Passend dazu wurde auch der rechte Rand des Aquarellpapiers mit Blattgold-Imitat veredelt, was der Karte einen hochwertigen Rahmen verleiht.
Exkurs: Akzente setzen mit Blattgold-Imitat
Blattgold (oder das günstigere Schlagmetall) ist eine wunderbare Möglichkeit, Papierarbeiten zu veredeln.
- Was man braucht: Anlegemilch (ein spezieller Kleber), einen weichen Pinsel und das Gold-Imitat.
- Wie es funktioniert: Man trägt die Anlegemilch hauchdünn auf die gewünschte Stelle auf und lässt sie kurz „anziehen“, bis sie klebrig ist. Dann legt man das Gold vorsichtig auf und drückt es mit einem trockenen Pinsel sanft an. Überschüssiges Gold wird einfach weggepinselt.
Der Aufbau der Karte
Die fertige Illustration habe ich auf eine 15×15 cm große Faltkarte aufgeklebt. Ich wähle hierfür bewusst kein hartes Schneeweiß, sondern weiche Töne wie Beige oder „Off-White“, da diese harmonischer und wärmer wirken. Der gelbe Rand auf der Faltkarte ist ebenfalls von Hand mit Wasserfarben gemalt, um das Design farblich abzurunden.
Ein Erlebnis beim Auspacken: Die Details am Umschlag
Nicht nur die Karte selbst, sondern auch ihre Präsentation ist mir wichtig. Um dem Umschlag eine besondere Wertigkeit zu verleihen, habe ich eine Kombination aus verschiedenen Texturen gewählt:

–Das Spiel der Bänder: Der Umschlag wird von einem feinen, altrosa Satinband umschlossen, das durch ein kräftigeres, olivgrünes Samtband ergänzt wird.
–Die Keramikperle als Blickfang: Das Highlight der Verpackung ist eine handverlesene Keramikperle in einem zarten Rosaton mit 1,2 cm Durchmesser. Sie hält die Bänder zusammen und macht das Öffnen der Karte zu einem kleinen Erlebnis.
–Der handbemalte Anhänger: An den Bändern ist zusätzlich ein kleiner Anhänger mit Aquarellhintergrund.
Die inneren Werte: Struktur und Herzlichkeit
Beim Aufschlagen der Karte setzt sich die haptische Reise fort. Auf der rechten Innenseite habe ich ein Stück besonders stark strukturiertes Papier platziert, auf dem ein persönlicher Spruch Platz findet.

–Haltbare Details: Ein kleines, dunkelbraunes Holzherz dient als Blickfang. Es ist mit einem 3 mm breiten Satinband an der Karte befestigt.
–Sorgfältige Verarbeitung: Ein kleiner, gezielter Leimtupfer sorgt dafür, dass das Band im Papier nicht ausreißt.
–Persönliche Worte: Auf der linken Seite der Karte habe ich einen kurzen, handschriftlichen Gruß platziert.
Ein schöner Rücken kann auch entzücken
Sogar die Rückseite der Karte hält eine kleine Überraschung bereit. Unter dem Satinband habe ich ein weiteres handgefertigtes Detail versteckt:

–Das Echo des Designs: Ein kleines, aus Aquarellpapier handgeschnittenes Herz mit Blattgold-Akzenten greift das Thema der Vorderseite wieder auf.
–Signatur: Ein dezenter Schriftzug mit einem schwarzen Fineliner bildet den stimmigen Abschluss dieses Unikats.
Jedes Material – vom Holzherz über das Strukturpapier bis hin zum Satinband – trägt dazu bei, dass sich die Karte wertvoll und tröstlich anfühlt.





