Gestern sah ich eine wunderschöne Braut in einem verspielten, weißen Brautkleid, die mit einem Blumenstrauß in der Hand auf den Stufen der Kirche stand. Es regnete leicht, und ein Mann im Anzug hielt einen großen Regenschirm über sie, um ihr schönes Antlitz vor dem Regen zu schützen.
Als ich vorbeiging, konnte ich aus der Ferne erkennen, wie harmonisch Kleid, Strauß, Haarschmuck und die kleine Tasche aufeinander abgestimmt waren. Alles wirkte fein, leicht und liebevoll arrangiert.
Wäre auch noch die Sonne hervorgekommen, hätte die Szene wohl etwas Märchenhaftes gehabt.

Wieder zu Hause, kam mir die Idee, eine passende Karte zu gestalten. Wer Lust hat, selbst kreativ zu werden, kann diese Idee leicht nacharbeiten.

Das hier ist die fertige Karte. weiter unten beschreibe ich die einzelnen Elemente sowie den Materialeinsatz. Diese Gestaltung ist nur eine Anregung – natürlich lässt sich eine solche Karte auch mit anderen Materialien umsetzen und ganz individuell besticken oder ausschmücken. Wer nicht sticken möchte oder kann, kann auch fertige Elemente verwenden und aufnähen oder aufkleben.

Die Rosen in Elfenbeinfarbe sind aus 7 mm breitem Seidenband handgewickelt. Sie entstehen durch das sorgfältige Drehen des Bandes um eine feine Metallstricknadel. Jedes Blütenblatt wird einzeln gelegt und mit einem feinen Faden fixiert. Ein Video zur Technik findet ihr in meiner Videosammlung. Für mich persönlich sind diese Rosen die schönste Variante, die man mit Seiden- oder anderen Bändern gestalten kann.

Die weißen Rosenknospen bestehen aus 4 mm breitem Seidenband, ebenso wie die grünen Rosenblätter. Normalerweise verwende ich gerne Seidenbänder mit Farbverlauf – bei diesem kleinen Kunstwerk hatte ich jedoch keine passenden zur Hand. Stattdessen habe ich mit verschiedenen Grüntönen gearbeitet, um das Gesamtbild lebendig und harmonisch zu gestalten.

Das kleine Herz besteht aus frischen Zweigen eines Buschs aus dem Garten. Ich liebe diese zarten Holzzweig-Herzen – sie passen meiner Meinung nach perfekt zur Stickerei und verleihen der Karte eine besondere, natürliche Note. Anders als ein rein gesticktes Herz wirkt es dreidimensional und lebendig.

Den feinen Zweig habe ich mit einem dünnen Dekodraht in Frühlingsgrün umwickelt, damit er sich besser in Form biegen lässt. Anschließend habe ich ihn mit einem passenden Faden auf den Filz genäht. Besonders gut erkennt man hier die verschiedenen Grüntöne des 4 mm breiten Seidenbands. Zusätzlich habe ich kleine Knopfstiche aus Seidengarn ergänzt, um dem Gesamtbild mehr Lebendigkeit und Verspieltheit zu geben.

Die violetten Fliederblüten sind ebenfalls aus Seidengarn gestickt. Das verwendete Garn ist handgefärbt und hat einen sanften Farbverlauf, der für feine Nuancen in den Blüten sorgt.

Hier erkennt man gut die weißen Hortensienblüten. Das verwendete Garn ist jedoch nicht reinweiß, sondern ein zarter Offwhite-Ton mit einem dezenten Farbverlauf ins Rosé. Auch wenn der Unterschied auf den ersten Blick kaum sichtbar ist, macht gerade dieser feine Farbverlauf den entscheidenden Unterschied: Er sorgt dafür, dass die Blumen lebendiger und natürlicher wirken.

Gestickt sind die Hortensien mit dem klassischen Knopflochstich. Damit die Stickerei filigran bleibt und nicht zu grob wirkt, verwende ich nie den gesamten Garnfaden, sondern teile ihn – in der Regel in drei feine Einzelfäden. So entsteht eine zarte, detailreiche Optik, die zur Gesamtwirkung der Karte beiträgt.

Die hellblauen Blüten sind aus einem feinen Seidengarn mit dezentem Farbverlauf gearbeitet. Ich habe sie entlang des Mähnenkamms des Pferdes nach oben hin aufgestickt. Als Blütenmitte habe ich eine besondere, leicht grün schimmernde Metallperle verwendet.

Ich verwende Perlen in meinen kleinen Kunstwerken sehr sparsam – aber gezielt. Meiner Erfahrung nach tragen gerade diese wenigen Akzente wesentlich zur Gesamtwirkung bei.

Dieser bestickte Pferdekopf lässt sich vielseitig verwenden – nicht nur als Karte. Besonders als Hochzeits- oder Geburtstagsgeschenk eignet sich die Stickerei hervorragend. Auf Wunsch lasse ich das gestickte Motiv in Epoxidharz eingießen. Dabei wird die Stickerei gemeinsam mit einem Namen oder Wunschtext – gefertigt aus feiner Metallschrift – auf einem Holzuntergrund arrangiert und anschließend in hochwertigem Harz versiegelt.

So entsteht ein individuelles Einzelstück, das z. B. als dekorative Stalltafel oder Wandschmuck genutzt werden kann. Für Hundeliebhaber habe ich gemeinsam mit einem Schreiner bereits eine Variante mit integrierter Wandhalterung für Leinen und Schlüssel umgesetzt.

Beispiel für eine Stalltafel in Epoxidharz gegossen

Seidenbänder für Seidenbandstickerie in div. Farben und Farbverläufen

Für meine Stickereien verwende ich hauptsächlich Seidenbänder in 7 mm und 4 mm Breite. Es gibt eine große Auswahl an Anbietern – sowohl handgefärbt als auch in Uni-Farben, mit oder ohne Farbverlauf. Ich persönlich arbeite besonders gern mit den Bändern, die gut in der Hand liegen und eine harmonische Farbpalette bieten.
Auf Etsy.com findet man zahlreiche Anbieter verschiedenster Marken. Wer noch nie mit Seidenbändern gearbeitet hat, dem empfehle ich, ein Starterpaket in Lieblingsfarben zu wählen und einfach auszuprobieren. So bekommt man schnell ein Gefühl für das Material und seine Wirkung.

Bei den Garnen verwende ich hauptsächlich zwei Sorten:

Zum einen die Baumwollstickgarne von Anchor, die eine sehr große Farbpalette bieten – darunter auch Varianten mit sanften Farbverläufen. Sie lassen sich gut verarbeiten und sind vielseitig einsetzbar.

Zum anderen arbeite ich besonders gern mit Seidengarnen von „The Thread Gatherer“, aus der Kollektion Silk ’n Colors. Diese Garne zeichnen sich durch ihren edlen Schimmer und ihre außergewöhnlich hohe Qualität aus. Die einzelnen Fäden lassen sich problemlos aus dem Strang entnehmen und reißen nicht – ideal für feine Stickereien. Die Farbverläufe sind wunderschön abgestimmt, mit vielen stimmigen Kombinationen und einer beeindruckenden Farbauswahl.