
Eine einfache, aber sehr ausdrucksstarke kreative Idee, um allein oder auch gemeinsam mit Kindern fantasievolle Skulpturen zu erschaffen.

Die Grundform aus Aluminiumfolie
Den Körper und den Kopf forme ich zuerst ganz einfach aus gewöhnlicher Haushalts-Aluminiumfolie. So bringe ich die einzelnen Teile grob in die gewünschte Größe und Form. Wichtig dabei: Den Kopf drücke ich eher locker zusammen, während ich den Körper sehr stabil und fest komprimiere. Der Körper benötigt im Verhältnis deutlich mehr Material, da er später stabil auf einem Holzständer stecken oder an einer Gewindeschraube hängen muss, ohne dass das Material ausreißt.

Ein schwungvoller Hals
Für den Hals verwende ich am liebsten papierummantelten Draht (ca. 1 mm). Ich lege den Draht 3- bis 4-fach und verdrehe ihn fest ineinander. Das gibt dem Hals die nötige Stabilität und erlaubt es mir gleichzeitig, eine elegante, schwungvolle Form zu biegen.

Kopf und Körper verbinden
Mit einer Stricknadel oder einem spitzen Gegenstand steche ich vorsichtig Löcher in den Kopf und den Körper. Dort schiebe ich den Draht mindestens 2–3 cm tief hinein. Da der Draht so flexibel ist, lässt sich die Haltung der Skulptur jetzt wunderbar ausprobieren und anpassen.

Modellieren mit Alufolie und Klebeband
Ein reiner Drahthals sähe oft zu dünn und instabil aus. Deshalb polstere ich ihn mit zerknitterten Alufolien-Streifen auf, die ich fest um den Draht wickle. Zur Fixierung der Grundform nutze ich Malerklebeband. Mein Tipp: Gestalten Sie den Hals Schicht für Schicht. Er muss nicht im ersten Anlauf perfekt sein – durch das schrittweise Aufmessen und Festdrücken entsteht am Ende die perfekte Form.

Die erste Schicht Pappmaché
Hier sieht man den fertigen Hals, stabilisiert durch das Klebeband. Nun folgt die erste Schicht Pappmaché. Ich beginne bei all meinen Figuren damit, da ich so die Form nochmals fein korrigieren kann und eine ideale Oberfläche schaffe. Unabhängig davon, ob später Gipsbinden folgen, macht das Pappmaché die Skulptur sehr fest und dennoch leicht flexibel. Würde man die Gipsbinden direkt auf die Alufolie aufbringen, wäre das Ergebnis deutlich empfindlicher.

Kleister, Zeitung und Geduld
Ich verwende klassischen Kleister und in Stücke gerissene Zeitung. Kleiner Tipp: Bei Figuren, die eine reine Pappmaché-Oberfläche behalten, achte ich darauf, welche Schlagworte auf der Zeitung stehen. Für die Unterschichten, die später unter Gips verschwinden, nutze ich alles, was mir in die Hände kommt. Ich mische den Kleister meist etwas dicker an als auf der Packung angegeben – so lässt sich das Papier wunderbar „anschmieren“.

Das Finish mit Gipsbinden
Sobald das Pappmaché vollständig getrocknet ist, folgen die Gipsbinden. Ich schneide mir verschiedene Stücke zurecht und bedecke damit den gesamten Körper. Da sich das Material im nassen Zustand toll dehnen lässt, entstehen weiche Linien und eine wunderschöne, lebendige Textur.

Die weiße Leinwand
Hier sieht man die fertig überzogene Skulptur. Die Oberfläche der Gipsbinden wirkt lebendig und ist dennoch fein genug für die spätere Bemalung.

Skizzieren auf Gips
In diesem Stadium entscheide ich: Bleibt die Skulptur puristisch weiß oder wird sie bunt? Mit einem Bleistift skizziere ich Blumen oder ein Herz direkt auf den Gips. Falls eine Linie misslingt: Einfach den Gips mit einem feuchten Finger kurz anlösen, glattstreichen und nach dem Trocknen neu skizzieren. Ein Radiergummi funktioniert auf Gips nämlich nicht besonders gut.

Farbe bekennen
Hier sieht man gut den Unterschied zwischen vollflächig eingefärbten Körpern und Skulpturen, bei denen der weiße Gipsgrund sichtbar bleibt. Ich verwende für die Bemalung am liebsten Schmincke Horadam oder Kuretake Gansai Tambi Wasserfarben. Alternativ eignen sich aber auch Acrylfarben oder Acrylmarker hervorragend.

Veredelung mit Blattgold
Oft starte ich mit der Gold-Veredelung noch vor der Farbe. Mit einer feinen Applikatorflasche trage ich die Anlegemilch auf die Skizzen auf. Wichtig: Die Milch muss gut antrocknen (sie wird dann meist transparent und bleibt klebrig), bevor das Blattgold (Schlagmetall) aufgelegt wird. Da die Gipsbinde die Milch nicht so stark aufsaugt, lassen sich damit sehr feine Linien ziehen.

Der goldene Glanz
Nachdem das Blattgold auf der Anlegemilch haftet, wird das überschüssige Metall vorsichtig mit einem weichen Pinsel weggefegt. Bewahren Sie die Reste unbedingt auf – man kann sie für kleinere Akzente immer wieder gebrauchen!

Colorieren und Ausmalen
Nun wähle ich meine Farben aus und beginne mit dem Colorieren. Durch die vorgegebenen Goldlinien ist das Ausmalen fast so entspannend wie ein Malbuch. Einfach drauflos malen!

Fixierung und Schutz
Sobald die Farben trocken sind, fixiere ich den Körper mit Lascaux UV-Protect. Je nach gewünschtem Effekt nutze ich die matte oder die glänzende Variante. Wichtig ist, den Schutz in 2–3 hauchdünnen Schichten aufzutragen.

Beine, Perlen und Fantasie
Jetzt kommen die Beine! Hier ist Platz für absolute Kreativität. Ich nutze Bänder, handgedrehte Baumwollkordeln, Lederschnüre und eine bunte Mischung aus Perlen: Keramik, Glas, Holz, Halbedelsteine oder Metall. Die oberen „Oberschenkel“ modelliere ich oft aus lufttrocknender Modelliermasse vor und überziehe sie ebenfalls mit Gips. In der Galerie unten finden Sie Inspirationen für verschiedene Varianten.









Die Ohren als Markenzeichen
Die Ohren fertige ich meist aus Wildleder oder Alcantara, aber auch Denim oder feste Stoffe sind toll. Ich liebe es, das Innenohr durch Stickstiche lebendig zu gestalten. Oft binde ich die Ohren an der schmalsten Stelle zusammen und verziere sie zusätzlich mit Steinen oder Metallperlen. (Den Schnittbogen für die Ohren finden Sie weiter unten zum Download).

Der passende Stand
Meine Standard-Skulpturen stehen auf einer 6 mm dicken Rundholzstange (ca. 30 cm Länge). Das Holzplateau hat meist die Maße 20 x 14 x 2 cm. Natürlich können Sie hier jedes Holz oder Material wählen, das Ihnen gefällt.
Dieser Blogartikel soll als Inspiration dienen. Die Materialien und Abläufe sind lediglich eine Sammlung meiner persönlichen Erfahrungen und sollen Ihre eigene Kreativität keinesfalls einschränken. Ich hoffe, die Tipps bereichern Ihren eigenen kreativen Prozess.
Viel Freude beim Gestalten und Kreieren!















